Land & Leute

Der Name Botswana leitet sich von dem Volk der Tswana ab, das im Land Botswana die Bevölkerungsmehrheit bildet. Botswana wird oft als Musterland Afrikas bezeichnet, da es seit seiner Unabhängigkeit 1966 über eine freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine durch regelmäßig abgehaltene Wahlen legitimierte Regierung verfügt. Diese Stabilität macht Botswana zu einem sehr beliebten Urlaubsziel im südlichen Afrika. Das Land zwischen Namibia, Sambia, Simbabwe und Südafrika ist geprägt von zwei faszinierenden Gegensätzen. Einerseits besteht Botswana zu 80 % aus der Kalahari-Wüste zum anderen bietet das rund 15 000 km² große Okavango-Becken hunderte von Tierarten, viel Wald und unzählige kleine Wasserwege, die sich zu Lagunen zusammenschließen. Gerade während der Regenzeit kann hier auf Reisen und Safaris eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt bestaunt werden.

Unter den folgenden Punkten finden Sie wichtige Informationen, die Ihnen helfen Botswana und seine Bewohner besser zu verstehen.

 

Einige der Ureinwohner leben ganz ursprünglich.Geschichte

Der afrikanische Kontinent gilt als Wiege der Menschheit. Hier fand über Millionen Jahre die Entwicklung vom Affen zum Menschen der Gattung „Homo“ statt. Der sich vor 200 000 Jahren aus dem Homo erectus entwickelnde Homo sapiens hielt sich damals vor allem im südlichen und östlichen Afrika auf. Funde auf dem Gebiet des heutigen Botswana lassen auf eine Besiedelung dieses Gebietes seit mind. 200 000 Jahren schließen. Fundstätten von Werkzeugen aus der mittleren Steinzeit befinden sich vor allem im Norden Botswanas, im Randgebiet des prähistorischen Makgadigadisees und jetzigen Salzpfannen des Makgadigadi Nationalparks. Als Ureinwohner des südlichen Afrikas gelten die Buschleute bzw. San und die halbnomadisch lebenden und Viehzucht betreibenden KhoiKhoi bzw. Hottentotten.

Frühe Besiedelung Botswanas (400 – 1840)

Die ersten Tswana – ein Bantuvolk, aus deren Stammesnamen sich der heutige Ländername Botswana (Land der Tswana) ableitet, gelangten ca. im Jahre 400 aus Zentralafrika kommend in dieses Gebiet. Eine Mischung von Kulturen bzw. aus angestammten und zugewanderten Völkern entstand. Diese so genannte Toutse Tradition hatte rund tausend Jahre Bestand und wurde erst im 14 Jh. durch das Aufblühen des Königreiches von Butwa, welches von den Volksstämmen der Bakalanga und Shona auf dem Gebiet des heutigen Zimbabwe errichtet wurde, verdrängt. Bis 1840 herrschten bei den Butwa verschiedene Dynastien, die sich mit dem Zentrum „Great Zimbabwe“ auch trotz der in Ostafrika gelandeten Portugiesen über 400 Jahre halten konnten. Diese Zeit war von weiteren Einwanderungen aus Gebieten südöstlich von Botswana und der Entstehung von Siedlungen mit bis zu 15 000 Menschen geprägt.

Europäische Besiedlung

Das Ende der Butwa Dynastien wurde von einer ca. 20 Jahre andauernden Epoche kriegerischer Auseinandersetzungen herbeigeführt, deren Ursprünge ganz im Süden des Kontinents lagen. In der ersten Hälfte des 19. Jh. entspannen sich Interessen- und Revierkonflikte zwischen den Buren, einer aus den Niederlanden stammenden Volksgruppe, welche sich seit Mitte des 17. Jh. am Kap angesiedelt hatte, den Briten, die das Land ab 1806 zur britischen Kronkolonie erklärt hatten und den im südlichen Afrika ansässigen Volksgruppen (z. B. den Zulu). Ein 1833 durch das britische Parlament ausgesprochenes Verbot der Sklaverei (Existenzgrundlage vieler Buren am Kap) in allen britischen Einflussgebieten veranlasste rund 12 000 Buren ab 1835 nach Norden auszuweichen und sich neue Siedlungsgebiete zu suchen. Auf ihrem Weg nach Norden und blutigen Kämpfen mit dem Volk der Zulu rückten die Buren auch bis in das Gebiet der Tswana vor. Doch trotz einer starken Burenarmee gelang es den Buren nicht, die Tswanavölker zu unterwerfen. Die beiden damaligen Herrschaftszentren im Tswanaland – Molepolole und Shoshong – waren bedeutende Umschlagplätze für Elfenbein aus dem Norden. Die Briten errichteten im Jahre 1885 hier ein Protektorat (Betschuanaland) und erhielten im Gegenzug Ländereien von den Fürsten, die vom britischen Staat als Kronland deklariert wurden und teils an weiße Siedler verkauft wurden. Cecil Rhodes, erst Finanz- dann Premierminister in Südafrika, und darüber hinaus Eigner der Kolonisationsgesellschaft „British South Africa Company“, versuchte mit Hilfe britischer Protektoratspolizisten das Protektorat Tswanaland ganz unter seine persönliche Kontrolle zu bringen. Doch bei seinem eigenmächtigen Versuch durch einen Putch (Jameson Raid) alle Kapprovinzen unter britischer Flagge zu einigen, scheiterte er, verlor das Vertrauen der britischen Regierung, wurde in Südafrika aller Ämter enthoben und konnte in Folge dessen in Tswanaland keinen weiteren Einfluss gewinnen. Wirtschaftlich änderte sich die Lage der Tswana stark durch zwei Ereignisse der neunziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Die britische Regierung versuchte 1910 das Protektorat an die Union Südafrika anzuschließen, doch da die Tswana Stammesfürsten es verstanden, die britische Öffentlichkeit hinter sich zu bringen und die Regierung in Erklärungsnot brachten, blieb es bei Unionsgründung ausgeklammert. Immer wieder unternahm die britische Regierung Versuche, das Protektorat anzuschließen, seinen lokalen Einfluss zu vergrößern und den der Fürsten zu beschneiden. 1938 gelang zumindest letzteres. Neue Steuern wurden erhoben und Distriktkommissare sowie Gerichtsbarkeit wurden eingeführt. Auch wurden 10 000 Stammesangehörige gezwungen für das Empire in den Krieg zu ziehen. Fehlende Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und erhöhte Nahrungsmittelabgaben führten in den Kriegsjahren deshalb zu Hungersnöten in der Region. Seretse Khama, der junge Thronfolgeranwärter des Stammes der Bangwato kam 1945 zur Ausbildung nach Großbritannien und heiratete 1948 eine Engländerin.

Unabhängigkeit

Ab 1960 unternahm die Kolonialverwaltung Schritte, das Land in die Unabhängigkeit zu führen und so wurden ein Legislativ- und ein Exekutivrat eingeführt. Die ersten freien Wahlen mit drei verschiedenen Parteien zur Auswahl fanden 1965 statt. 1966 wurde das Land in die Unabhängigkeit entlassen und Khama zum ersten Präsidenten der Demokratischen Republik Botswana gewählt. Nach seinem Amtsantritt sah sich der neue Präsident einer Unzahl von Schwierigkeiten gegenüber stehen. Eines der ärmsten Länder der Welt war durch lange Dürreperioden geschwächt worden, seine Landwirtschaft auf Monokultur ausgerichtet, hatte ein schwaches Schulwesen, besaß keinen Hafen und die Handelswege verliefen durch Südafrikanisches Gebiet und machten das Land durch seinen weißen Nachbarn erpressbar. Auch die Arbeitsplätze vieler Batswana lagen im südlichen Nachbarland. Darüber hinaus schürte die Opposition in den Städten Unruhen. Präsident Khama nahm außenpolitisch eine neutrale Haltung mit großer Konfliktlösungsbereitschaft ein und fing innerhalb des Landes behutsam und überlegt an, die Verwaltung umzugestalten. Die engsten außenpolitischen Beziehungen pflegte er zum ebenfalls unabhängigen Nachbarland Sambia. Ein großer Glücksfall für Botswana war die Entdeckung von Diamanten. Im Jahre 1971 eröffnete man die gewinnträchtige Orapa-Diamantmine (Debswana Diamond Company Ltd.), deren Gewinne seit damals zu gleichen Teilen dem Staat und dem Luxemburger Investor De Beers zufließen. Diese Mine ist die größte Diamantmine weltweit und konnte beispielsweise im Jahre 2003 die riesige Menge von 16,3 Millionen Karat Diamanten zu Tage fördern. Weitere Einnahmen konnte das Land durch Rinderexporte nach Europa erzielen. Die eigene Währung, der „Pula“, wurde im Jahre 1975 eingeführt. Mit Platz 33 von 149 Staaten belegt es nach dem „Global Peace Index 2010“ den ersten Platz innerhalb Afrikas bezüglich Innerer Sicherheit, Wahrung von Menschen- und Bürgerrechten, Pressefreiheit und politischer Stabilität. Diese Stabilität gründet zumindest in Teilen auf dem althergebrachten Respekt vor adeliger Führung und auf der Tradition politischer Diskussion innerhalb der Stammesgemeinschaften.

Ein kleiner Dorfjunge vor seinem Heim.Kultur und Gesellschaft

Botswana (Land der Tswana) ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Erde. Auf einem Territorium etwas größer als Frankreich leben weniger Menschen als in Paris. Die Bewohner des Landes nennen sich Batswana, welches in zweiter Bedeutung auch die Zugehörigkeit zur Ethnie der Tswana kennzeichnet. Botswana hatte auch eine der höchsten Bevölkerungswachstumsraten der Welt. Aufgrund eines wachsenden Reichtums, der hauptsächlich auf die Diamantfunde seit Anfang der 70er Jahre zurückzuführen ist, erhöhte sich der durchschnittliche Lebensstandard, die Kindersterblichkeitsrate sank und die Lebenserwartung stieg. Sie stieg bis Anfang der 90er Jahre auf ca. 65 Jahre. Dies zusammengenommen mit einer hohen durchschnittlichen Gebärrate von 5,8 Kindern pro Frau und der Tatsache, dass jede vierte Frau ihr erstes Kind unter dem 18. Lebensjahr bekommt, führte in den späten 70er und 80er Jahren zu einer Bevölkerungsexplosion. Jäh wurde diese Entwicklung durch die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit AIDS in Botswana gestoppt (siehe Punkt Gesundheitswesen).
Die geographische Verteilung der Bevölkerung Botswanas ist sehr unausgewogen. Mehr als drei Viertel konzentrieren sich auf einen schmalen Streifen im Osten des Landes und dort insbesondere in der Hauptstadt Gaborone und den Metropolen Francistown, Lobatse und Selebi Phikwe. Jeder zweite Batswana lebt in einer Stadt und allein Gaborones Bevölkerung hat sich in den letzten 25 Jahren vervielfacht und gilt mit seinen nunmehr fast 200 000 Einwohnern als eine der am schnellsten wachsenden Städte Afrikas.

Sprachen

Setswana ist die erste, Englisch die zweite offizielle Amtssprache in Botswana. An den Schulen wird in den ersten vier Jahren Setswana, die Hauptsprache der Tswana, die über 90 % der Bevölkerung sprechen und verstehen können, unterrichtet. Ab der fünften Klasse wird dann die zweite Amtssprache Englisch gelehrt. An der Grenze zu Südafrika findet man viele, die auch die in Südafrika gesprochene Sprache Afrikans beherrschen. Eine Besonderheit sind die Klicksprachen der Khoi-San. Diese gelten als die schwierigsten Sprachen der Welt. Sieben verschiedene Grundklicks z.B. Dentalklick, Kussklick, Lateralklick oder Sektkorkenklick mit jeweils bis zu 85 Abwandlungen bilden die Grundlage dieser Sprachen, deren Dialekte, gesprochen von unterschiedlichen Gruppen, erheblich voneinander abweichen.

Religion und Heilertradition

Etwa die Hälfte der Bevölkerung hängt Naturreligionen an und die andere Hälfte dem Christentum, wobei zusätzlich auch Mischformen entstanden sind. Das Christentum wird seit Mitte des 19. Jh. von Missionaren verbreitet. Unter den Christen nehmen die Protestanten die größte Gruppe ein. Gefolgt werden diese dann von afrikanischen Kirchengemeinschaften und Katholiken. Etwa 150 zionistische Kirchen schaffen eine Verbindung zwischen Kirche und Tradition, indem der sog. Faith Healer gleichzeitig eine Art Priester aber auch Heiler ist. Der traditionelle Glaube der Naturreligionen der Batswana kennt einen, Modimo genannten, Gott. Dieser wird nicht als Person verehrt, sondern besitzt einen mehr allgegenwärtigen Charakter den man möglicherweise mit dem Universum als solches gleichsetzen könnte. Als Mittler zwischen ihm und den Menschen existieren Badimo genannte Geister. Neben der Möglichkeit Unglücke als Strafe der Badimo für Fehlverhalten auszulösen, existiert im traditionellen Glaubenssystem noch eine zweite Variante zum Hervorrufen negativer Geschicke.Baloi (Hexer, Hexen) genannte Menschen verfügen über die Fähigkeit die Badimo anderer zu manipulieren und so in deren Schicksal einzugreifen. Der Baloi operiert gewöhnlich verborgen und wird im Geheimen von Menschen aufgesucht, die anderen Stammesmitgliedern mittels seiner Fähigkeiten etwas Böses zufügen möchten. Geschädigte haben die Möglichkeit zu einem so genannten Dingaka (Heiler als Gegenpol zu den Baloi) zu gehen und durch diesen den die negativen Wirkungen aufheben zu lassen. Unterteilt werden die Heiler hierbei in Kräuterkundige, Kundige der Diagnose durch Knochenwerfen, Heiler die beide Techniken beherrschen und diese mit dem Blutsaugen aus einer kleinen Schnittwunde mittels eines hohlen Hornes kombinieren, Faith Healer genannte Mitglieder der zionistischen Kirche, Neo-Herbalisten, traditionelle Geburtshelferinnen und abschließend in den durch die Ahnen auserwählten Sangoma. Die Versuche der britischen Protektoratsverwaltung, gegen das traditionelle Heilwesen vorzugehen sind gescheitert und so nimmt es auch heute noch neben der westlichen Medizin einen festen Platz in der Gesellschaft ein.

Bildung

Die Tatsache, dass die britische Protektoratsverwaltung niemals viel in ihr Schutzgebiet Betschuanaland investieren wollte, schlug sich unter Anderem auch im Zustand des Bildungssystems wieder und machte es unter allen britisch verwalteten Gebieten zu dem mit der schlechtesten Bildung. Unter 1400 Schüler wurden damals im gesamten Schutzgebiet unterrichtet. Seit der Unabhängigkeit des Landes wurden große Anstrengungen unternommen diese Situation zu verbessern und so liegt die heutige Einschulungsquote bei 95 % . 70 % aller Kinder absolvieren die ersten sieben Schuljahre obwohl es bisher keine offizielle Schulpflicht gibt.Zwischen 1980 und 2007 war Schulbildung kostenlos. Seitdem werden umgerechnet rund 50 Euro pro Schuljahr an Schulgeld verlangt. Landesweit existieren ca. 600 staatliche, siebenjährige Grundschulen. Weiterführende fünf Jahre Schulbildung werden durch landesweit etwa 130 Mittelschulen gewährleistet. Besonders hervorzuheben ist der hohe praktisch orientierte Anteil am Schulunterricht, in welchem landwirtschaftliches Wissen sowie Hygiene- und Hauswirtschaftskenntnisse vermittelt werden.  Ergänzend zu diesen beschriebenen klassischen Bildungswegen wurde im Jahre 1980 ein Erwachsenenbildungsprogramm initiiert, mit dem die Analphabetenquote erfolgreich von 59 % auf 10 % reduziert werden konnte.

Gesundheitswesen und verbreitete Krankheiten

Botswanas Gesundheitswesen gilt als eines der besten Afrikas. Strukturiert ist die Gesundheitsversorgung auf drei Ebenen. Mehrere hundert Gesundheitsposten, die vielfach mobil sind und auch abgelegene Dörfer besuchen, gewährleisten fast überall eine medizinische Versorgung. Neben schulmedizinischen Einrichtungen besitzen aber auch ca. 2000 traditionelle Heiler eine staatliche Zulassung. Die Behandlung von Kindern bis 11 Jahre ist kostenlos und von älteren Patienten verlangt man einen geringen Pauschalbetrag. Zu den häufigsten Krankheiten zählen neben der Infektion durch den HI-Virus Tuberkulose, Gelbsucht sowie Verdauungs- und Atemwegserkrankungen. Im Nordwesten des Landes, im Okavangodelta, kommen Malaria und Bilharziose vor. Die Herausforderung AIDS: Man kann AIDS als schwerwiegendstes Problem Botswanas bezeichnen. Das Land war und ist sehr schwer von dieser Krankheit betroffen und dies hatte seit Ausbruch in den späten achtziger Jahren dazu geführt, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung von über sechzig Jahren auf zwischenzeitlich rund 35 Jahre reduzierte. Das im Jahre 2000 von der Regierung ins Leben gerufene Programm (Masa – neuer Sonnenaufgang) verkörpert einen ausgemachten Feldzug gegen die Seuche. Erstmals wurden im ganzen Land kostenlos Medikamente an die Bevölkerung verteilt und jeder Patient beim Arzt oder im Krankenhaus auf AIDS untersucht. Das jährlich rund 30 Millionen Euro teure Programm wird durch den Merck Konzern und die Bill Gates Stiftung unterstützt und kann schon jetzt auf große Erfolge verweisen. Die Neuinfektionen konnten um rund ein Viertel verringert und die Lebenserwartung wieder auf ca. 50 Jahre gesteigert werden.

Eine Pause muss sein…Die Ethnien Botswanas

Das Binnenland im Süden Afrikas mit seinen rund 2 Mio Einwohnern, ist zu 79 % von Tswana (oder auch Batswana), zu 11 % von Bakalanga (Shona), zu 2,5 % von San und KhoiKhoi und zu 2,5 % von Weißen und Indern besiedelt. Die restlichen 5 % der Bevölkerung setzen sich aus den Volksgruppen Herero, Batawana, Bakgalakgadi sowie der Hambukushu und Bayei zusammen.

Die Batswana

Die bedeutendsten drei Untergruppen der größten Bevölkerungsgruppe bilden die Bakwena im Großraum Molepolole, die Bangweketse aus der Region Lobatse und Kanye im Südosten des Landes und die Bangwato aus Serowe und Palapye im mittleren Osten von Botswana. Ein großer Teil der Batswana lebt auch im südlich angrenzenden Südafrika. Ihre Sprache ist Setswana und ist neben Englisch die wichtigste Verkehrssprache Botswanas. Diese, das Land dominierende Gruppe, ist bekannt für den Stellenwert, den in Ihrer Kultur die Rinderzucht einnimmt. Die soziale Stellung des Einzelnen innerhalb der Gruppe orientiert sich vor allem an der Anzahl seiner Rinder.

Die Bakalanga

Sie gelten als Verwandte der Shona und kamen mit dem Aufblühen des Königreiches von Butwa im heutigen Zimbabwe ab dem 14. Jh in den Osten des Landes. Ihr Haupsiedlungsgebiet liegt in der Region um Francistown. Im Unterschied zu den Batswana betreiben sie hauptsächlich Landwirtschaft und Vieh diente bei Ihnen schon traditionell zu Opferzwecken und als Brautpreis. Status und Macht werden innerhalb dieses Volkes durch Landbesitz und Landrechte erworben.

Die San und KhoiKhoi

(wissenschaftlich auch als Khoi-San bezeichnet und in Botswana Basarwa „die Leute aus dem Westen“ genannt). Die ersten weißen Siedler, die Buren, die auf diese Menschen trafen, gaben dem Teil von Ihnen, der sich hauptsächlich vom Jagen und Sammeln ernährte den Namen Buschmänner (San) und dem Teil, welcher Landwirtschaft betrieb und in Dörfern lebte die Namen KhoiKhoi oder Hottentotten. Aufgrund Ihrer Friedfertigkeit konnten sie von den Buren sehr schnell versklavt, vertrieben oder getötet werden. Aber auch andere afrikanische Völker sahen und sehen sie als minderwertig an. Richtiggehende Ausrottungszüge wurden dadurch ausgelöst, dass die San, die nicht mit der Idee des Tierbesitzes vertraut waren, Jagd auf Rinder der Buren machten. Die traditionelle Lebensweise der San war sehr an die Natur angepasst. Sie zogen durchs Land und ernährten sich zu 90 % von Wildfrüchten. Dabei legten sie jährlich um die 2500 Km zurück. Mittels Giftpfeilen gejagtes Fleisch wurde, so es nicht gleich verzehrt wurde, durch Trocknung konserviert. In der Kultur der San gibt es keine Führer. Diener und Frauen sind den Männern gleichgestellt. Die Sprache der Khoi-San samt aller existierender Dialekte, gilt als die schwierigste Sprache der Welt. Es handelt sich um eine Klicksprache, die sich in sieben Grundklicks mit jeweils bis zu 85 Abwandlungen gliedert. Nach Schätzungen leben im heutigen Botswana 56000 Khoi-San von denen allerdings nur eine geringe, sich unter 2000 belaufende Zahl an Menschen das freie Leben eines San als Jäger und Sammler führt.

Die Herero und Mbanderu

Das aus dem Gebiet des heutigen Namibia stammende Volk der Herero und seine Untergruppe die Mbanderu sind wie die Batswana Rinderzüchter und lehnten traditionell körperliche Arbeit, etwa Landwirtschaft, strikt ab. Durch die Gründung der deutschen Kolonie Deutsch-Süd-West-Afrika kamen die beiden Volksgruppen in Bedrängnis und nach einem erfolglosen Kampf gegen die Deutschen flohen sie unter vielen Verlusten in der Kalahari in Richtung Osten in das Siedlungsgebiet der Batswana, mit welchen sie eine Art gegenseitige Asylvereinbarung getroffen hatten. Hier in Ngamiland (Nord-West Botswana) fanden sie ihre neue Heimat und legten sich wieder größere eigene Rinderherden zu.

Die Batawana

Die Batawana stammen aus dem Süden und emigrierten nach Ngamiland im Nordwesten Botswanas. Sie wurden zur dominierenden Macht in diesem Gebiet und konnten auch noch lange in der britischen Protektoratszeit ihre Unabhängigkeit bewahren. Die Hauptstadt ihres Volkes ist seit 1915 Maun. Im Jahre 2003 bestieg mit Kealitile Moremi zum ersten Male eine Frau den Thron zum Chief des Volkes.

Die Bakgalakgadi

(die Leute aus der Kalahari) spalteten sich im 15. Jh. von den Tswana ab, näherten sich den Khoi-San an und galten seit dieser Zeit als untergeordnet. Vielfach wurden sie von den Tswana versklavt, die sich ihre Talente als Spurenleser und Jäger zunutze machten. Bis heute erfährt dieses Volk eine ethnische Diskriminierung und kann kaum von den wirtschaftlichen Erfolgen des Landes profitieren. Worauf ihr Name schon hinweist, liegt ihr Siedlungsgebiet am Rande der Zentralkalahari wo sie als Subsistenzbauern und Viehhirten ein recht karges Dasein bestreiten.

Die Hambukushu und Bayei

Diese beiden aus Gebieten des heutigen Namibia und Angola zugewanderten Bantuvölker besitzen im Unterschied zu allen anderen vorher genannten eine flussorientierte Lebensweise als Fischer, Jäger und Sammler an den Ufern des Okavango im Nordwesten Botswanas. Heutzutage leben viele, vor allem der Hambukshu, vom Tourismus wo sie sich z. B. als versierte Führer bei Boots- und Einbaumfahrten verdingen können. Bekannt sind sie auch durch ihre Fertigkeiten beim Flechten von Korbwaren. Ihre Sprache weist auch, wie die der Khoi-San, Klicklaute auf. Eine weitere Besonderheit ist die bei diesen beiden Völkern existierende Erbfolge in mütterrechtlicher Linie.

Jahrtausende alte Felsmalereien.Geografie und Naturraum

Das Land, ein wenig größer als Frankreich, dehnt sich sowohl von Nord nach Süd als auch von Ost nach West rund 1000 Km aus. Begrenzt wird es im Süden durch Südafrika wobei die beiden Flüsse Limpopo und Molopo zu großen Teilen die natürliche Grenze bilden. Auch der Osten des Landes grenzt teils an Südafrika. Im nördlichen Teil der Ostgrenze schließt sich Simbabwe an. Im Westen Botswanas liegt Namibia, zieht sich bis nördlich des Landes und endet an der Grenze zu Sambia, wo sich Botswana und Sambia für einige hundert Meter berühren. Topografisch stellt Botswana eine riesige gewellte auf rund 1000 Meter liegende Hochebene dar. Es existieren nur einige wenige erwähnenswerte Erhebungen. Zwei davon sind die Otse Mountains an der Grenze zu Südafrika und die Tsodilo Hills, die beide in ihren höchsten Punkten bis fast 1500 m heranreichen. Über 80% des Landes nimmt die Kalahari, eine gigantische Halbwüste, ein, in deren nördlichen Zentrum sich die Salzpfannen eines ehemaligen und vor 20000 Jahren eingetrockneten Binnenmeeres befinden. Einige typische Gewächse dieser trockenen Region Botswanas sind die Weißstamm-Boscia mit ihren nahrhaften Blättern, der Brandybusch aus dessen Früchten Bier gebraut wird, der Mongongobaum mit proteinhaltigen Nüssen, der lila blühende Korkbusch, die Wunderbaumfeige, der bis zu 35 m hohe Schotenmahagonibaum, der Büffeldorn, der kleine rote essbare Beeren hervorbringt und natürlich der berühmte Baobab, von dem manche Exemplare bis zu 3000 Jahre alt werden können. Neben der Savannenlandschaft existiert im Nordwesten des Landes aber eine ganz anders charakterisierte Region. Hier findet man das Ende, die Flutzone bzw. das Delta des aus Namibia hereinströmenden Flusses Okavango. Neben den beiden erwähnten Landschaften erstrecken sich im Norden Botswanas verschiedene Wälder, welche nach dem in ihnen vorherrschenden Baumbewuchs benannt wurden. So spricht man von Mopanewäldern und Miombowäldern. Durchstreift werden diese Landschaften von einer Vielzahl von Tieren, deren Artenreichtum für viele Touristen das Hauptmotiv zu einer Reise nach Botswana darstellt. 164 verschiedene Säugetierarten, darunter Elefanten, Giraffen, einige Affenarten z. B. Paviane, Warzenschweine, Flusspferde, verschiedene Antilopenarten, Gnus, Springböcke, Zebras, Nashörner, Löwen, Leoparden, Geparden, Schakale und Hyänen kann man hier finden und in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Neben den Säugetieren ziehen 550 Vogelarten die Aufmerksamkeit des Naturbeobachters auf sich. Zusätzlich zu den erwähnten Tieren bietet das Land für 157 Reptilienarten (22 Arten Krokodile), 72 Schlangenarten, 80 Fischarten sowie 38 Amphibienarten einen natürlichen Lebensraum.

Botswana ist ein ganzjährig zu bereisendes Ziel.Klima

Das Klima Botswanas ist subtropisch, trocken und heiß. Die Jahreszeiten sind denen Europas entgegengesetzt, da sich das Land auf der Südhalbkugel befindet. So ist von September bis April Sommer und gleichzeitig Regenzeit und die Zeit von Mai bis Ende August gilt als Winter und Trockenzeit. Ein tropischer Charakter mag auf Grund der Nähe zum Äquator zu erwarten sein, allerdings fehlt diesem Binnenland die dafür nötige Luftfeuchtigkeit und so findet man hier ein Kontinentalklima vor. Die Wolken haben sich häufig schon in den das Land umgebenden Bergregionen abgeregnet. Innerhalb des Landes variieren die jährlichen Niederschlagsmengen stark. Von über 700 mm im Norden sinken diese auf unter 250 mm im Südwesten. In den Monaten Mai – August liegen die Tagestemperaturen zwischen 20 und 25 °C. Im Mai müssen Sie nachts in der Kalahariregion mit 5 bis 10 °C rechnen, im Okanvangodelta mit 11 bis 14 °C. Im Juni/Juli, den kältesten Monaten sinkt das Thermometer wenn die Nacht sich breit macht sogar bis an den Nullpunkt. Sonnige, wolkenfreie Tage sowie die Okavangoflut, die viele Tiere ins Delta zieht, lassen diese Zeit zur beliebtesten Reisezeit für Botswana werden. Juli und August sind die besten Monate zum Fischen und für Vogelbeobachtungen. Ab September steigen die Temperaturen allmählich wieder an. Starke Thermik verursacht Stürme und lässt erste Gewitterschauer auf das Land abregnen. Die mittleren Oktobertemperaturen liegen bei 31 bis 34 °C, können allerdings auch 40 °C erreichen. Die Nachttemperaturen variieren von 25 °C im Okavangodelta bis hinunter auf 12 °C in der Kalahari. Die Monate September, Oktober und November laden mit ihrem trockenen heißen Wetter besonders zu Safaries im Okavangodelta oder Chobe Nationalpark ein. An den verbliebenen Wasserstellen zeigen sich die zusammengekommenen Tiere der Wildnis nun in phantastischen Szenarien. Ab November beginnen die sommerlichen Regenfälle, die bis April niedergehen, allerdings regional unterschiedlich fallen. Im Norden ist der Februar der Hauptregenmonat. Im Osten und Südosten gibt es drei Regenperioden. Die erste im Oktober, die zweite von Ende November in den Dezember hinein und die dritte im März und April. Die Temperaturen liegen tagsüber bei etwa 30 – 35 Grad, können während tropischer Regenfälle aber auf bis zu 15 – 18 Grad sinken. Die Regenschauer sind im Allgemeinen kurz und heftig. Oftmals sind es spektakuläre Gewitterstürme. Der Regen belebt das ausgetrocknete Land wieder und bringt aus Pflanzen, Bäumen und Blumen neue frische, grüne und bunte Schönheit hervor. Zugvögel aus dem Norden gesellen sich nun zu den hier heimischen Vögeln und die Regenmonate sind eine gute Zeit um in der Kalahari auf Tierbeobachtung zu gehen. Jungtieren kann man vor allem jetzt im November/Dezember begegnen.

Der Tourismus nimmt stetig an Bedeutung zu. Wirtschaft

Wirtschaftsgeschichtlich hat sich das Land von einer Elfenbeinexportregion über ein Maisanbau und Rinderzuchtgebiet für den britischen Markt zu Zeiten des Protektorates und über einen Arbeitskraftexporteur nach der Entdeckung von Gold und Diamanten in Südafrika hin zu einem der weltweit größten Exporteure von Rohdiamanten entwickelt. Bevor diese Ressource Botswanas im Jahre 1967 entdeckt wurde, war das Land eines der ärmsten 25 Länder der Welt und rund zwei Drittel der Männer waren im benachbarten Südafrika tätig. Zwölf Jahre lang hatte die Firma De Beers in der Kalahari nach Diamantenvorkommen gesucht und war schließlich fündig geworden. Die 1971 (Debswana Diamond Company Ltd.) zusammen mit diesem Luxemburger Investor eröffnete Orapa-Diamantmine bescherte dem gerade unabhängig gewordenen Land, trotz dass ihm nur 50% der Gewinne zufielen, große Deviseneinnahmen, welche für Investitionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgten. Weitere Diamantenfunde folgten auch an anderen Stellen. Durch diese Entwicklung konnte sich das Land bis 1990 zum dem afrikanischen Staat mit der niedrigsten Verschuldungsrate und der härtesten Währung entwickeln.  Die Diamantvorkommen sind natürlich nicht unerschöpflich. Schätzungen zufolge werden diese in rund 40 Jahren erschöpft sein. Um einem drohenden Krisenszenario die Stirn bieten zu können, entwickelt die Regierung Pläne (Vision 2016) zur Umstrukturierung der Wirtschaft. Neben der verstärkten Suche nach weiteren Bodenschätzen (Kupfer, Nickel, Steinkohle) wird der Tourismus, besonderes Augenmerk liegt auf Öko-Tourismus, gefördert und es wird versucht ausländische Investoren anzuziehen. Darüber hinaus zielen die Pläne auf Schaffung von Arbeitsplätzen im landwirtschaftlichen Bereich ab. Eine wichtige Rahmenbedingung, gerade für die Landwirtschaft, ist das Wasserdargebot. Aufgrund seines trockenen Klimas greift Botswana momentan zu rund zwei Drittel auf fossile Wasserreserven zurück, die in 40 bis 70 m Tiefe unter der Kalahari zu finden sind. Der zunehmende Verbrauch der sich nicht regenerierenden Reserven stellt eine große Herausforderung für die Zukunft dar. Die Infrastruktur des Landes ist relativ gut ausgebaut. Rund 6000 km asphaltierter Hauptstraßen, 5000 km befestigte Nebenstraßen und eine von Norden nach Süden verlaufende Hauptbahnstrecke verbinden Botswana mit seinen Nachbarländern und gleichsam mit Absatzmärkten und Umschlaghäfen für seine Export- und Importgüter. Die wichtigsten Handelspartner des Landes sind die Südafrikanische Zollunion, die EU und danach die USA, China und Indien.