Namibia

Namibia ist ein Land voller Kontraste und Gegensätze. Die Landesfläche ist mehr als doppelt so groß wie die Deutschlands, hat aber mit knapp 2,2 Millionen Einwohnern die geringste Bevölkerungsdichte auf der Welt – statistisch gesehen sind dies 2,4 Personen auf jedem Quadratkilometer. Trotzdem ist die ethnische Vielfalt um ein Vielfaches größer und stärker differenziert als in vielen anderen Ländern des Kontinents: in Namibia leben die einstigen Ureinwohner friedlich mit den aus dem Norden und Süden zugezogenen Ethnien zusammen. Sie teilen sich Land und Parlament und pflegen ihre jeweilige traditionelle Kultur.

Die Gegensätze beziehen sich unter anderem auch auf die wunderschönen Naturspektakel, wenn die Dünen der Namib-Wüste auf den Atlantischen Ozean treffen, das Binnengebirge der Großen Randstufe mit seinen knapp 3000er Bergen in Ebenen mit Tälern und zerklüfteten Felsformationen ausläuft oder der Caprivi-Zipfel seine feuchten Fühler in Richtung der Victoria-Fälle ausstreckt. Neben diesen genannten gibt es noch eine Fülle weiterer Naturspektakel, die es sich lohnt in der gleißenden Sonne und deren speziell-namibischen Licht zu betrachten und zu erfahren. Sehr kontrastreich präsentieren sich auch die namibischen Städte. Neben wilhelminischer Kolonialarchitektur sind auch die Spuren der südafrikanischen Apartheidära in fast jeder Stadt zu finden. Diese sind auch in der Gegenwart – mehr als 20 Jahre nach der Unabhängigkeit, faszinierend und aufgrund ihrer Geschichte abschreckend zugleich anzusehen.

Die abwechslungsreiche Geschichte Namibias kann in fast jedem Winkel des Landes nachvollzogen werden – beginnend mit den frühesten künstlerischen Zeugnissen der Felsgravuren und –zeichnungen der Ureinwohner, der ersten Landung der Europäer, den Hinterlassenschaften der Diamantensucher im beginnenden 20. Jahrhundert, über die Apartheid der südafrikanische Mandatsmacht bis hin zur Unabhängigkeit, der Proklamation des Staates Namibia und dessen Gegenwart in der globalisierten Welt.