Land & Leute

Namibias Charakter ist unvergleichlich. Jeder Reisende, der schon einmal Zeit in Namibia verbrachte, will irgendwann dorthin wieder zurück. Die Vielfalt und die Gegensätze des Landes scheinen die Besucher anzuziehen. Die Einen interessiert die Geschichte des Landes, da sie direkt mit der eigenen Geschichte verbunden ist. Andere sind widerum fasziniert von Flora und Fauna. Was auch immer den Namibia Reisenden in dieses wunderschöne Land verschlägt: es lässt diese nicht mehr los. So wird auch der nächste Namibia Urlaub bestimmt nicht der letzte sein.

Jahrtausende alte Felszeichnungen.Geschichte der Unabhängigkeit Namibias

Eindeutiger Wahlsieger der ersten freien und demokratischen Wahlen wurde die SWAPO – Sam Nujoma der erste Präsident Namibias. Am 21. März 1990 wurde die Unabhängigkeit Namibias feierlich proklamiert. Entgegen vieler Befürchtungen vor Vergeltungsmaßnahmen gegen die weiße Minderheit des Landes fand eine von nun an eine Politik der Versöhnung (Reconciliation) statt, welche mehrere Amtsperioden der SWAPO anhielt. Die neue demokratische Regierung holte sich Weiße und Mitglieder verschiedener indigener Volksgruppen ins Parlament und die Ministerien. In den Jahren 1992/1993 wurde eine Reform der Regional- und Kommunalverwaltung durchgeführt, was zur Folge hatte, dass die von der ehemaligen Mandatsmacht Südafrika proklamierten Homelands aufgelöst und anstatt ihrer 13 gleichberechtigte Regionen eingeführt wurden. Auch im ökonomischen Sinne entfernte man sich von Südafrika: die langjährige Währung des Rand wurde durch den Namibia-Dollar ersetzt. Weiterhin trat Südafrika die letzten Gebiete an Namibia ab, die es bis dahin noch kontrollierte. Dies waren der Handels- und Fischereihafen Walvis Bay sowie 12 vorgelagerte Inseln. Walvis Bay wurde wenige Jahre später zur Freihandelszone erklärt und ist somit, international gesehen, zum wichtigsten Hafen des Landes geworden. Bei der Wahl von 1994 wurde die SWAPO erneut mit überwältigender Mehrheit (2/3 Mehrheit) wiedergewählt und Sam Nujoma als Staatspräsident bestätigt. Obwohl die namibische Verfassung eine dritte Amtsperiode des Präsidenten nicht erlaubt, kandidierte Nujoma im November 1999 erneut. Zwar wurde er mit großer Mehrheit wiedergewählt, jedoch erlitt das Land hierdurch einen Imageschaden seiner jungen Demokratie. Seit November 2004 ist der ehemalige Landwirtschaftsminister Hifikepunye Pohamba neuer Staatspräsident Namibias – allerdings ist Sam Nujoma weiterhin politisch aktiv und gilt trotz seiner Abwesenheit als stärkster Mann im Lande. Die SWAPO sowie Pohamba wurden bei den Wahlen 2009 wiederholt als Regierungspartei und Staatspräsident bestätigt, obwohl sich eine Splittergruppe aus der SWAPO heraus gebildet hat: die RDP (Rallye for Democracy and Progress) gilt als größte Oppositionspartei und konnte 11,4% der Wählerstimmen für sich gewinnen.

Die Stadt Windhoek eindrucksvoll in Szene gesetzt.Wirtschaft & Politik

Die letzten einhundert Jahre waren sehr schwer für Namibia. Nach der deutschen Kolonialzeit folgte das Mandat Südafrikas mit einer gemäßigten Homelandpolitik. Die Hauptwirtschaftszweige Namibias sind der Bergbau, Fischfang sowie dessen verarbeitende Industrie, Landwirtschaft und der Tourismus. Handel und Dienstleistungen sind nach der Unabhängigkeit stark angestiegen und verbesserten die Wirtschaftskraft des Landes enorm. Eine nicht unwesentliche Einnahmequelle des Landes sind Entwicklungsgelder – allein Deutschland gibt ca. 20 Millionen Euro jährlich an Entwicklungshilfe an Namibia, obwohl dies mit Südafrika und Botswana zu den reicheren Ländern Afrikas gehört. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt zwar nur 120 Euro im Monat, jedoch muss ein Großteil der Bevölkerung mit noch weniger Geld haushalten. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung liegt an oder unterhalb der Armutsgrenze. Etwa 20% des Bruttosozialproduktes sowie 50% der Exporteinnahmen werden durch den Bergbau erwirtschaftet. Die Landwirtschaft steuert zwar nur einen geringen Teil zum Bruttosozialprodukt (9%) bei, jedoch stellt dieser Wirtschaftssektor fast die Hälfte aller Arbeitsplätze im Land. Fast 90% der landwirtschaftlichen Erträge kommen aus der Viehzucht. Dies ist durch die knapp 4.000 Farmen des Landes zu erklären, die fast ausschließlich Rinder- und Schafzucht (Rinder im Norden und in der Mitte – Schafe meist im Süden des Landes) betreiben. Im Norden des Landes wird oft Getreide angebaut. Die Erzeugnisse der Landwirtschaft reichen jedoch nicht ansatzweise dazu, die Bevölkerung zu ernähren. Der Anbau von Kartoffeln, Mais, Bohnen und Getreide kann als Subsistenzwirtschaft – für den eigenen Gebrauch – bezeichnet werden. Die Gewässer vor der namibischen Küste sind heute wieder sehr fischreich.
Bereits ab den 50er Jahren lag Namibia als Touristenland hoch im Kurs. Dies galt jedoch vor allem für die benachbarten südafrikanischen Touristen. Seit der Unabhängigkeit verzeichnet der Tourismus in Namibia beträchtliche Zuwächse und hat sich nach dem Bergbau und der Landwirtschaft zum drittgrössten Wirtschaftsfaktor (2010 – 14% des BIP) entwickelt. Internationale Flugverbindungen, ein gutes Strassen- und Infrastrukturnetz sowie eine stetig wachsende Zahl an Unterkünften, machen Namibia als afrikanisches Reiseland sehr attraktiv und locken jährlich bis zu einer Million Besucher ins Land. Von den europäischen Gästen schätzen vor allem die Deutschen Besucher Namibia (2010 waren dies 80.000), was allein schon an der Geschichte und auch der gemeinsamen Sprache liegt. Der Tourismus hinterlässt auch nachhaltig positive Spuren: ein Teil der Staatseinnahmen fließt in ökologische Projekte und den Umweltschutz. Namibia ist von seinem Nachbar Südafrika überaus abhängig. Fast alle Konsumgüter müssen von dort importiert werden, da die wenigen namibischen Rohstoffe nur produziert und sogleich ausgeführt werden.
Zur Politik Namibias ist folgendendes zu sagen. Es ist ein demokratischer Staat, bestehend aus einer Legislative, Exekutive und Judikative. Gemäss der Verfassung und der Proklamation der Unabhängigkeit vom März 1990 ist das politische System Namibias als ein semipräsidentielles System organisiert. Da die Regierungspartei SWAPO mehrheitlich bei jeder Wahl nach der Unabhängigkeit gewann, hat es den Anschein, daß Namibia Tendenzen zum Einparteiensystem hegt. Jedoch existieren neben ihr weitere Oppositionsparteien. Mit der demokratisch-liberalen Verfassung orientiert sich Namibia an westlichen Demokratien welche innerhalb Afrikas als mustergültig anzusehen ist. Die Exekutive wird durch den Staatspräsidenten vertreten. Er wird direkt vom Volk gewählt und muss mindestens 50% der Stimmen für seine Wahl erhalten. Seine Amtszeit beschränkt sich auf zweimal fünf Jahre. Er ist Oberkommandierender der Streitkräfte, Befehlshaber der Armee sowie Generalinspekteur der Polizei. Er ernennt den Premierminister, die jeweiligen Minister des Ministerrates, das Kabinett und leitet gemeinsam mit ihnen die Regierungsgeschäfte. Auch auf die Gerichte hat der Präsident durch die Ernennung der obersten Richter und des Generalstaatsanwaltes Einfluss.Die gegenwärtige Politik Namibias ist seit der Unabhängigkeit des Landes von einer starken Dominanz der SWAPO und des Staatspräsidenten geprägt, weshalb des Parlament und der Nationalrat eine eher untergeordnete Rolle im politischen Entscheidungsprozess spielen. Da der ehemalige Staatspräsident Sam Nujoma nach wie vor Vorsitzender der Regierungspartei SWAPO ist, wird seine Person in der Politik des Landes immer noch als überaus machtvoll betrachtet. Seit der Übergabe des Präsidentenamtes an Pohamba, haben allerdings Hasstiraden des Präsidenten gegen verschiedene Ethnien aufgehört. Auch die seitens der SWAPO aggressiv und unsachlich geführten Plenardebatten gingen durch Pohamba zurück.

Kinder der Himbas mit ihrem traditionellen Kopfschmuck.Gesellschaft

Namibia ist eine Vielvölker- und so genannte Regenbogennation. Hier leben zwölf verschiedene Ethnien friedlich miteinander. Der Staatsname Namibia wurde bei der Namensgebung zur Unabhängigkeit von der Wüste Namib abgeleitet, welche den gesamten Küstenraum des Landes einnimmt. Der Name wurde gewählt um keines der vielen unterschiedlichen Völker Namibias, auf die sich ein anderer Name hätte beziehen können, zu verärgern. Von den 2,1 Millionen Einwohnern leben statistisch gesehen 2,4 Personen auf je einem Quadratkilometer. Dicht besiedelt ist der Norden des Landes. Hier leben rund 61% der Gesamtbevölkerung in meist traditionellen Siedlungen – 5% davon in Städten. Zentralnamibia beherbergt 32% – hiervon lebt die Hälfte in Städten (50% allein in Windhoek). Nur 7% bewohnen den trockenen Süden des Landes – ein Grosßteil in Städten, nur 35% davon in ruralen Gebieten. Mit Ausnahme der Hafenstädte und Bergbauzentren ist der Westen Namibias kaum bewohnt. Die Sozialstruktur Namibias lässt sich heute glücklicherweise nicht mehr anhand der Hautfarbe ablesen und unterscheiden. Lebensstil und –standard sowohl der weißen als auch der schwarzen Bevölkerung ähneln der europäischen Lebensweise, welcher hier als ein Ideal angesehen wird. Ein starker sozialgesellschaftlicher Differenzierungspunkt ist die städtische oder ländliche Herkunft. Während in den traditionellen Dorfstrukturen viel Wert auf Sippen- bzw. Stammesverbände gelegt wird, werden diese bei Stadtmenschen zunehmend vernachlässigt. Wanderarbeiter innerhalb Namibias stellen hier das Bindeglied zwischen städtischen und ländlichen Strukturen, sowie zwischen Tradition und Moderne dar.

Die Volksgruppe der San findet man auch in Namibia.Völker

Namibia ist zweimal so groß wie Deutschland, zählt aber mit knapp 2,2 Millionen Einwohner zu den am dünnsten besiedelten Regionen der Welt. Auf einen Quadratkilometer kommen hier im Durchschnitt 2,2 Menschen. Wie auch Südafrika ist Namibia eine “Regenbogennation” und wie viele afrikanische Staaten ein Land mit großer kultureller Vielfalt. In Namibia leben bis zu 12 unterschiedliche Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlichen kulturellen, sprachlichen und historischen Traditionen zusammen. Die Bevölkerungsgruppen sind teilweise in den letzten Jahrhunderten ins Land eingewandert – manche aber leben schon seit Anbeginn ihrer “Ethnogenese” im heutigen Namibia.

  • Damara / Bergdama
  • Herero
  • Himba
  • Caprivianer
  • Ovambo / Ambo
  • San (Buschmänner)
  • Nama (Khoikhoi/Hottentotten)
  • Kavango
  • Coloureds
  • Rehobother Baster
  • Europäer: Buren, Portugiesen und Deutsche

Einheimische mit buntem Kopfschmuck.Geographie & Klima

Die Natur und das Klima Namibias bilden ein abwechslungsreiches Spektakel. Die Umweltgegebenheiten verändern sich von Nord nach Süd und von Ost nach West. Es gibt Wanderdünen und Wüstengebiete, die im Ozean münden; trockenes Buschland und überschwemmte Sumpfgebiete, in denen man sich meist nur mit einem Boot fortbewegen kann. Und es gibt faszinierende Fels- und Canyonformationen und Bergwelten, die zu den schönsten auf der Erde zählen. Durch diese unterschiedlichen Umwelteinflüsse und Naturräume, ist auch das Spektrum der Tierarten besonders gross. Zahlreiche Vogelarten leben zusammen mit den “Big Five” und allen anderen typischen Tieren des Safaritourismus. Aber auch die Wüstenregionen der Kalahari und der Namib beherbergen besonders überlebenswillige und interessante Tierarten. Namibia liegt im Trockengürtel südlich des Äquators im Südwesten des afrikanischen Kontinents. Im Osten grenzt das Land mit der Kalahari an das Nachbarland Botswana, im Norden an Angola, im Nordosten an Sambia sowie im Süden an Südafrika. Das Land gliedert sich in drei wesentliche Naturräume.

Der Küstenstreifen besteht aus der Skelettküste und der Namib-Wüste. Der Streifen zieht sich mehrere tausend Kilometer von Nord nach Süd durch das Land – beginnend in Südangola und endend in der Nordkap-Region Südafrikas. Der Küstenstreifen hat eine maximale Breite von 140 Kilometer. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist der Benguelastrom des Atlantischen Ozeans. Er bedingt das an der Küste vorherrschend trockene und aride Klima. Die Küste des Landes ist wenig von Buchten oder vorliegenden Inseln geprägt. Die einzigen Ausnahmen bilden Lüderitz, Walvis Bay und die Kalte Bucht bei Kap Frio als Buchten, sowie die Pinguininseln – wenige und sehr kleine Inseln im Atlantik.

Die Küstenregion steigt nur mäßig bis zu 600 Meter Höhe an, geht dann aber recht schnell in die Große Randstufe über, welche einen raschen Höhenanstieg von bis zu 2000 Meter Höhe vorweist. Die Große Randstufe ist ein Gebirgszug, der den Küstenstreifen vom östlich gelegenen Binnenhochland trennt. Bei einer Breite von 80 bis 130 Kilometer weit die Randstufe eine Länge von bis zu 2.000 Kilometer auf. Die Randstufenlücke in Zentralnamibia weist einen Bruch des Gebirges auf. Durch Erosionsumstände zerfiel das Gestein und hinterließ eine kontinuierlich ansteigende Ebene, welche sich auf das Höhenniveau des Binnenhochlandes angleicht.

Das Binnenhochland oder Zentralplateau Namibias grenzt im Osten der Großen Randstufe an und geht in das Kalahari über. Seine zerklüfteten Bergketten und aufregenden Felsformationen sowie die sandgefüllten Täler und endlosen, an eine Mondlandschaft erinnernden, Ebenen durchziehen Namibia von Nord nach Süd. Dabei erreichen sie eine durchschnittliche Höhe von 1.000 bis 2.000 Meter. Im nördlichen Teil durchziehen breite Täler das Hochland – hier ist die Region relativ fruchtbar. In Zentralnamibia liegt das Khomashochland mit den bis zu 2.400 Meter hohen Eros- und Auasbergen. Im Süden des Landes fällt der Höhenspiegel – das Hochland wird zu einer flachen Landschaft. Dies wird nur von den Großen Karasbergen anderen Bergmassiven und ein paar Tälern durchbrochen. Eine Besonderheit Namibias ist der subtropische bis tropische Caprivi-Zipfel. Hier herrscht ein feuchtes und regenreiches Klima und es gibt häufig Überschwemmungen. Die Vegetation sowie die Tierwelt stehen im krassen Gegensatz zum restlichen Gebiet Namibias. Der höchste Berg Namibias ist der Brandberg. Mit 2.574 Meter Höhe ist er in der zentralen Erongo-Region gelegen und umgeben von weiteren imposanten Gipfeln der Groot und Klein Spitzkoppe (1.728 Meter bzw. 1.584 Meter). Wasserreiche Flüsse gibt es in Namibia vor allem an den Landesgrenzen. Die Dauerflüsse Kunene und Okavango bilden die Grenze im Norden – der Oranje Fluss selbige im Süden. Daneben gibt es in Namibia Flussläufe, welche nur temporär und nur nach den Regenfällen Wasser haben. Diese werden Rivier genannt, afrikaans für Flussbett. Die meiste Zeit des Jahres sind diese trocken, können sich aber nach ausgiebigen Regenfällen in reißende Ströme verwandeln. Das Klima Namibias ist subtropisch – kontinental. Das heißt, dass es sehr trocken und schwül ist. Die Sonnenintensität ist das gesamt Jahr über sehr hoch. Es gibt fast um die 300 Sonnentage im Land. Namibia gilt als aride Zone – die gefallenen Niederschlagsmengen sind deutlich geringer als die Verdunstungsmengen. Nur der Caprivi-Zipfel im Nordosten hat ein wechselfeuchtes Klima mit zuverlässig hohen Niederschlagsmengen von bis zu 650 mm im Jahr. Während in Deutschland ca. 1.000 mm Niederschlag im Jahr fallen, liegt die Durchschnittsmenge in Namibia bei etwa 250 mm. Der gesamte Regen fällt fast ausschließlich in den Sommermonaten von November bis März in starken Gewitterschauern. Allgemein gilt für Namibia, dass die Niederschlagsmengen von Nordosten nach Südwesten abnehmen. Durch die Passatwinde des Ostpassats verlieren die Niederschläge auf ihrem Weg in den Westen schon über Südafrika einen Grossteil ihrer Wassermengen. Während über der Kalahari noch relativ große Niederschläge fallen, nehmen diese über dem Binnenhochland stark ab. Dadurch bekommt die Namib fast keinen Regen mehr ab. Im Süden und Westen ist das Klima fast das ganze Jahr über völlig trocken, im Landeszentrum bis zu drei Viertel des Jahres. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind sehr groß. In den heißen Sommermonaten von Dezember bis Januar herrschen Temperaturen von bis zu 40°C. In der Namib kann das Thermometer auch bis zu 48 °C klettern. Juli und August sind die kältesten Monate des Jahres – hier sinken die Temperaturen in der Nacht bis unter den Gefrierpunkt, während sie am Tag wiederum bis zu 25 °C erreichen können. Im Binnenhochland – dem Gebiet zwischen der Kalahari-Wüste im Osten und der Namib-Wüste im Westen – kann es in den Wintermonaten sogar zu Frost kommen. In ganz seltenen Fällen fällt hier Schnee, der aber nach kurzer Zeit wieder geschmolzen ist. Das Klima in Namibia ist allgemein sehr gut verträglich, da es eine geringe Luftfeuchtigkeit besitzt. Nur in den Gegenden des Caprivi-Zipfel kann es durch das tropisch wechselfeuchte Klima zu schwülen Bedingungen kommen. Im Küstenbereich herrschen starke Südwest- und Westwinde, jedoch übt das Meer keinen allzu großen Einfluss auf das Klima Namibias aus. Der Benguela-Strom führt kaltes Meerwasser aus der Antarktis in Richtung des Äquators, kühlt die Winde stark ab und lässt somit keine hohe Luftfeuchtigkeit entstehen. Diese Meeresluftmassen bedingen auch den einzigen Niederschlag, den die Namib an der Küste erfährt: Küstennebel und Tau.

Die Namib - rote Sanddünen und vertrocknete Bäume.Naturraum – Flora & Fauna

Namibias Tier- und Pflanzenwelt ist trotz des Trockensavannen- und Wüstenklimas, welches den größten Teil des Landes bestimmt, sehr artenreich. Wohl auch deswegen hat sich die namibische Regierung den Erhalt der Natur und der in ihr lebenden Tiere als Agenda in der Verfassung des Landes verankert. Artikel 95 besagt: “Der Staat soll aktiv für das Wohlergehen der Menschen sorgen durch eine Politik, die unter anderem darauf abzielt, Ökosysteme und biologische Vielfalt Namibias zu erhalten, sowohl jetzt als auch in der Zukunft.“ Namibia ist damit auf dem afrikanischen Kontinent ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz und Artenerhalt. Durch die klimatischen Gegebenheiten bedingt, findet man in Namibia eine Wüstenvegetation vor, die perfekt an die extreme Trockenheit angepasst ist. Aber auch Pflanzen, die in den immergrünen tropischen Wäldern und im Hochgebirge wachsen, tragen zum einzigartigen Naturschauspiel in dem facettenreichen Land bei. Man kann drei Hauptvegetationszonen unterscheiden, die das Klima aber auch im geringen Maße Natur und geologische Formationen bestimmen. Die Wüstengegenden der Namib erstrecken sich ca. 2.000 Kilometer entlang der gesamten Westküste und reichen bis zu 150 Kilometer ins Landesinnere. Auf dem kahlen Wüstenboden können ausschließlich die anpassungsfähigsten Pflanzen überleben. Besonders stark verbreitet und typisch für die Namib sind die Flechten. Der Köcherbaum (Aloe dichotoma) ist eine endemische Pflanzenart und einzigartig auf der Welt. Sie wachsen ausschließlich auf felsigen Böden und können bis zu 9 Meter hoch werden. Ihre Äste dienen den San als Pfeilköcher. Da sie allein stehende Gewächse sind, findet man selten mehrere zusammenstehende Bäume dieser Art. Jedoch findet man nahe Keetmanshoop einen kleinen Köcherbaumwald. Die wohl bekannteste Pflanze Namibias ist die Welwitschia (Welwitschia mirabilis). Sie kann bis zu 2.000 Jahre alt werden. Dabei genügt ihr allein die Feuchtigkeit des Nebels und des Taus. Sie besteht aus nur zwei ständig nachwachsenden Blättern, die sich teilen und auseinander reißen und somit ein Krakenähnliches Gebilde formen. Auch der Welwitschia reicht die Feuchtigkeit des Nebels aus; sie saugt diese wie ein Schwamm auf und speichert sie. Weiter östlich steigt die Namib bis zur Großen Randstufe an – die Niederschläge werden häufiger, die Anzahl der Pflanzen nimmt zu und in Regenperioden wächst sogar eine dünne Grasdecke. Die unterschiedlichen Savannen Namibias machen rund zwei Drittel der Landesfläche aus. Auch die als Wüste benannte Kalahari ist in Wirklichkeit eine Baum- und Strauchsavanne, deren südliche Ausläufer in Namibia größtenteils von Akazien bewachsen sind. Die Kalahari umfasst den größten Teil Botswanas und reicht bis nach Angola, Simbabwe und Sambia. Periodisch werden Flussläufe durch starke Regenfälle belebt. Namibia gilt als tierreichstes Land auf der Welt und bietet dem Besucher eine große Artenvielfalt, die vom bekannten Großwild bis zu niederen Wirbeltieren und sogar Wirbellosen reicht. Alle Tiere haben sich ihrer Umwelt perfekt angepasst. Die Namib ist bevölkert von Reptilien und Insekten und verfügt über einen höheren Artenreichtum als alle anderen Wüsten. Vor allem Dünenheuschrecken, Spinnen (Wheelspider), Skorpione, Schlangen, Chamäleons und Eidechsen leben hier. Da es in der Namib so gut wie gar nicht regnet, ernähren sich die Tiere vom Nebel und Morgentau – Blätter, Halme und anderes nahrhaftes Material wird vom Wind aus dem Landesinneren in die Wüste getragen und benetzt. Im Gegensatz zu dem unwirtlichen Lebensraum der Namib leben in den Savannen des Landes unzählige Tiere, die auch in den vielen Nationalparks ein sicheres Zuhause gefunden haben. Hier leben neben den berühmten “Big Five” der afrikanischen Tierwelt – Büffel, Nashorn, Elefant, Löwe und Leopard – noch mehr als 130 weitere Säugetierarten.

Ein reichlich gedeckter Tisch in einer der zahreichen Lodges.Speisen und Getränke

Die in einem fremden Land angebotenen Speisen und Getränke sind fast immer ein Highlight einer jeden Reise. In Namibia ist dies vor allem für den deutschen Touristen umso interessanter, da deutsche Küche und Brautradition hier immer noch wie vor hundert Jahren gepflegt werden. Die internationale Küche, hier vor allem mit einem mitteleuropäischen Fokus, darf und wird in den Großstädten Namibias natürlich auch nicht fehlen. In den letzten Jahren wurde das Bedürfnis nach internationaler Küche immer größer und begann langsam die deutschen Gerichte von den Speisekarten zu verdrängen. Dies geschah jedoch nicht bei den Backwaren. Hier ist der Einfluss unübersehbar; Es gibt bis zu 20 verschiedene Brotsorten, darunter Vollkornbrot, Pumpernickel, Schwarzbrot und auch Brötchen, die im gesamten Land auch so genannt und zum Frühstück gegessen werden. Darüber hinaus stellen Bäcker und Konditoren Kuchen und Torten her – vor allem die Schwarzwälder Kirschtorte ist in Namibia nicht nur bei den Reisenden beliebt. Die internationale Küche ist geprägt durch delikate Speisen aus Griechenland, Italien, China und Frankreich. In den größeren Städten Namibias befinden sich exquisite Restaurants unterschiedlicher europäischer aber auch der kapmalaiischen Küche, deren Betreiber sich schon seit geraumer Zeit in Namibia niedergelassen haben. Ein typisch namibischer Snack ist das Trockenfleisch. Das biltong und die droërwors sind in Streifen geschnittenes, getrocknetes und sehr stark gewürztes Fleisch vom Springbock, Rind, Strauß oder anderen Tieren. Als ein traditionell namibisches Essen gilt fast jedes Gericht mit Milipap – einem festen Maisbrei. Je nach Geschmack, Tradition und Geldaufwand gibt es dazu Gemüse, Fleisch und/oder Soße. Die Ovambo essen Milipap oft mit ombidi – einem spinatähnlichen, wilden Gewächs. Bei den Herero wird der Brei eher mit saurer Milch (omaere) verzehrt. Grundsätzlich kann man Namibia ein Fleischland nennen, in welchem es wenige Gerichte gibt, die kein Fleisch beinhalten. Sehr beliebt und fast rituell wird hier das Grillen – Braai genannt – vollzogen. Eine Spezialität des Landes sind die gewürzten Bratwürste aus Rinder- und Hammelfleisch – boerewors genannt. Eine weitere Spezialität ist potjiekos; Der gut gewürzte Eintopf mit Fleisch oder Fisch wird meist über offenem Feuer in einem dreibeinigen, schmiedeeisernen Topf gegart. Das Rind- und Lammfleisch sind in Namibia von ausgezeichneter Qualität und Frische. Ein exotisches Highlight sind die mopane caterpillar: Die gelben, dicken Würmer ernähren sich ausschließlich von den Blättern des Mopane-Baumes und gehören, wegen ihres Proteinreichtums zur Grundernährung der Caprivi-Bevölkerung. Normalerweise werden sie über dem Feuer geröstet oder in der Sonne getrocknet. Fischliebhaber kommen eher in den Küstenstädten auf ihre Kosten. Vor allem in Lüderitz und Swakopmund gibt es Spitzenrestaurants, welche Seezunge, Kabeljau, Tintenfisch und andere Spezialitäten im Angebot haben. Die Austernbänke aus Lüderitz zählen zu den besten der Welt. Neben Hummer und Languste können diese hier fangfrisch verzehrt werden.
Das Angebot an Alkohol wird klar von Bier und Wein bestimmt. Ersteres ist die „Nummer eins“ unter den alkoholischen Getränken Namibias. Gebraut wird hier nach dem von Herzog Wilhelm von Bayern im Jahre 1516 erlassenen, deutschen Reinheitsgebot. Das heißt, die Biere enthalten ausschließlich besten Hopfen, ausgewähltes Gerstenmalz und reines Wasser. Durch die heiß-trockenen klimatischen Bedingungen haben die namibischen Biere jedoch einen geringeren Alkoholgehalt als die in Zentraleuropa gebrauten Biersorten. Ausgezeichnete Biere produziert Namibian Breweries in Windhoek. Die vier unterschiedlich gebrauten Sorten sind das Windhoek Lager, Export, Special und Light. Besonders groß ist das Angebot an südafrikanischen Weinen. Diese kommen vor allem aus den Anbaugebieten um Paarl, Stellenbosch und Franschhoek. Neben dem Import ausländischer – hier vor allem südafrikanischer Weine, gibt es auch ein Angebot namibischer Weine. Dieses Angebot ist jedoch sehr gering, da die klimatischen Verhältnisse für den Weinanbau sehr schlecht sind.