Wildlife Research Okomitundu Namibia, WRON

Bereits im Jahr 2010 hat dasZoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn seine Forschungstätigkeit in Namibia aufgenommen. Seit dieser Zeit gibt es für Forscher und Studierende eine Feldstation auf der Okomitundu Farm. Mit dem Projekt soll das Ökosystem Farmland näher erforscht werden, um in der Zukunft die Vielfalt an Arten besser schützen zu können. Das vorgegebene Forschungsziele der Feldstation ist es, die Interaktionen zwischen Mensch und Tier zu erfassen und zu verstehen lernen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den großen Karnivoren, also den Raubtieren und Beutegreifern, die besonders häufig in Konflikt mit den Farmen geraten.

Farmland ist ein bedeutendes, wenn nicht sogar das bedeutendste Ökosystem in Namibia. Weit über die Hälfte aller Wildtierarten leben hier. Löwen, Nashörner oder Wildhunde sind sogar nur noch in diesen ausgewiesenen Schutzgebieten zu finden. Langzeitstudien haben gezeigt, dass Überweidung und Überstockung zu einschneidenden Veränderungen in der Vegetation führen. Demzufolge kehren sich auch die Lebensbedingungen der darin lebenden Tiere um. Einer der wesentlichen Negativfaktoren ist die Zerstückelung von Landschaften für Beutegreifer durch die Aufteilung der Reservate in Acker-, Weide- und Jagdgebiete. Ehemals zusammenhängende Partiellen werden in viele kleine bewohnbare und nicht bewohnbare Abschnitte zergliedert.

Auch kann Verbuschung dazu führen, dass bei Geparden der Jagderfolg ausbleibt oder Wildzäune für Antilopen Hindernisse darstellen, um an lebenswichtige Wasserressourcen zu gelangen. Hinzu kommt illegaler Abschuss und Wilderei. Ökologische Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen, ist daher die Grundvoraussetzung für den Artenschutz hier.
Jennifer Kraushaar bei der Fütterung des Nachwuchses.

Eines der Forschungsprojekte auf Okomitundu hat seit 2013 den afrikanischen Leopard (Panthera pardus) im Visir. Der Lebensraum Farmland ist auf den Leoparden bezogen kaum dokumentiert, dennoch herrscht gerade hier oft ein Mensch-Raubtier-Konflikt. Das Leopardenprojekt wird darum in Zusammenarbeit zwischen Biologen und den lokalen Farmern durchgeführt. Es setzt sich zum Ziel, mit den erhaltenen biologischen Erkenntnissen praktische Lösungsansätze zu finden, die unterstützend bei der Bewirtschaftung der Farmen (Viehbetrieb oder Wildtiere) und Jagdbetrieben mitwirken sollen. Diese Lösungsansätze sollen in Managementpläne einfließen, die landesweit genutzt werden. Dadurch sollen einerseits Verluste und Konflikte minimiert als auch und eine gewisse Toleranz gegenüber den Raubtieren geschaffen werden.

In enger Zusammenarbeit mit den Farmern werden folgende Aspekte erforscht:

  • Dichte und Häufigkeit von Leoparden auf Farmland
  • Die räumliche Verteilung der Leoparden
  • Die Lebensraumgröße (Streifgebiet) der namibischen Leoparden
  • Lebensraumpräferenzen der namibischen Leoparden
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Interkationen zwischen Leopard und Brauner Hyäne.

Da Leoparden im Verborgenen leben und oft nachtaktiv sind, erschwert dies die direkte Beobachtung dieser scheuen Tiere. Bilder von Infrarot-Kameras z.B. werden zur individuellen Bestimmung genutzt; Zeit, Datum und Ort der Aufnahme liefern weitere Informationen für die Raumnutzung und den Aktivitätsmodus. Problemtiere können identifiziert werden, wenn Kamerafallen an einem frischen Riss aufgestellt werden. Aufnahmen von weiteren Artgenossen oder auch anderen Raubtieren wie zum Beispiel Brauner Hyäne, geben Auskunft über die Überschneidungsgebiete. Die Sammlung von Losungen und deren Analyse geben Aufschlüsse über die Nahrungszusammensetzung des erlegten Beutetieres. Wildtierzählungen (Beutetiere) werden durchgeführt, um vorhandene Arten, ihre Häufigkeit und ihre bevorzugten Aufenthaltsort auf der Farm zu ermitteln.

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