Braune Hyäne

Die Braune Hyäne auf Nahrungssuche.Die Braune Hyäne (Hyaena brunnea), auch Schabrackenhyäne bzw. Strandwolf genannt, zeichnet sich durch einen massigen Kopf mit kräftigen Kiefern aus. Wie bei allen Vertretern der Hyänen sind die Vorderläufe und Schultern kräftiger entwickelt als die hintere Körperpartie. Die Rückenlinie fällt von den Schultern bis zur Hüfte hin ab. Sie erreichen meist eine Schulterhöhe von ca. 80cm, ihr Körperhinterteil eine Höhe von 74cm. Weibchen besitzen nur geringfügig kürzere Schulterhöhen, wiegen aber mit durchschnittlich 42kg weniger als Männchen mit durchschnittlich 47kg Körpergewicht. Braune Hyänen weisen im Durchschnitt eine Gesamtkörperlänge von ca 146cm (Männchen ) und 139 cm ( Weibchen) auf. Der dunkle, buschige Schwanz entspricht dabei einer Länge von ca. 18-25 cm. Die braune Hyäne erhielt ihren Namen durch ihr dunkelbraun bis schwarz gefärbtes Fell, das an Hals und Schultern eine hellere Mähne aufweist. Die hellen und dunklen Streifen der Vorder- und Hinterbeine sind individuell verschieden.

Als Aasfresser ernährt sie sich zu großen Teilen von Knochen und Fleisch frischer oder älterer Kadaver und  von anderen Prädatoren erbeuteten Beutetiere. Durch ihren ausgeprägten Geruchssinn, sind sie in der Lage, Kadaver auf eine Entfernung von 5 km zu riechen. Zusätzlich werden kleinere Säugetiere und Vögel, sowie Insekten und Reptilien selbst erbeutet oder als Aas konsumiert. Ergänzt wird die Nahrung durch Eier, Hufe, Hörner und Früchte (insbesondere Kürbisgewächse). Die Früchte sind besonders in der Trockenzeit ein wichtiger Flüssigkeitslieferant.

Ein Seebärjunges wartet in der Kolonie auf seine Eltern.

An der Küste trifft man die braune Hyäne besonders in der Nähe von Kolonien des südafrikanischen Seebären (Arctocephalus pusillus). Sie ernährt sich dort vor allem von Totgeburten und verendeten Seebären. In der Regel nimmt die Braune Hyäne  nicht mehr als 4,5–5,0 kg Fleisch oder 1,5–3,0 kg Haut und Knochen auf einmal auf.  Oft beobachtet man an Kadavern heftige Konflikte zwischen Braunen Hyänen und anderen Aasfressern, wie z.B. dem Schabrackenschakal (Canis mesomelas) oder Geiern.

Braune Hyänen sind überwiegend nachtaktiv, nutzen aber auch die Dämmerung und frühe Morgenstunden. Sie sind sozial und leben in kleinen Gruppen, sogenannten Klans, die aus bis zu 14 Individuen bestehen können. Innerhalb der Gemeinschaft herrscht eine festgelegte Hierarchie, bei der es jeweils ein α-Männchen und ein α-Weibchen gibt. Diese sind für den Nachwuchs zuständig, wobei eine spezielle Paarungszeit nicht bekannt ist. Die Wurfgröße beträgt 1 – 5 Jungtiere, um die sich die Weibchen eines Klans gemeinsam kümmern. Die Gruppen können ein Territorium von 420 km² Größe besetzen, das sie gegenüber anderen Gruppenmitgliedern markieren und durch ritualisierte Kämpfe verteidigen. Braune Hyänen gehen meist einzeln auf Nahrungssuche, dabei variiert die Größe ihrer Streifgebiete, die sich jeweils überlappen können, von 12 bis 24km². Sie wurden beobachtet, dass sie innerhalb einer Tageshälfte bis zu 30km wandern. Das Verbreitungsgebiet der Braunen Hyäne beschränkt sich auf aride Zonen des südlichen Afrikas und sie haben somit das kleinste Verbreitungsgebiet aller Hyänenarten. Mit Ausnahme der äußersten nördlichen Grenzregion und des östlichen Caprivi kommt sie allerdings in ganz Namibia vor. Die Hauptdichte der Populationsverteilung liegt vermutlich in der mittleren und südlichen Kalahari sowie entlang der Küste Namibias. Sie bevorzugen aride bis semiaride Habitate wie Wüsten, Halbwüsten, Savannen und offene Waldflächen.