Leopard

Ein Leopard genießt die letzten Sonnenstrahlen des Tages.Der Leopard (Panthera pardus) ist die größte gefleckte Katze Afrikas und Asiens; auch wenn Maße und Gewichte innerhalb seines großen Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich sind. Die Körpergröße z.B. ist stark von der geographischen Verbreitung abhängig: waldbewohnende Leoparden sind meist kleiner und gedrungener, die der offenen Lebensräume in der Regel schlanker und größer. Er kann eine Gesamtlänge von bis zu 2,4m erreichen. Dabei sind in der Regel 60-75% der Länge auf den Schwanz zurückzuführen.

Das durchschnittliche Gewicht liegt bei männlichen Tieren bei 58kg und bei weiblichen Tieren bei 37,5kg. Das Gewicht ist jedoch ebenfalls stark vom jeweiligen Habitat abhängig: so weisen Leopardenmännchen in den Bergen der südafrikanischen Kapregion mit 31 kg ein sehr geringes Durchschnittsgewicht auf. Das bisher schwerste bekannte Exemplar wurde mit 91 kg im Krüger-Nationalpark dokumentiert. Die Fellzeichnung der Leoparden variiert je nach Unterart. Fast immer zeigt das Fell Rosetten, die besonders in Längsrichtung des Rückens reihenförmig angeordnet sind. An der Brust und am unteren Hals findet man häufig statt nebeneinander stehender Rosetten Erdbeerflecken, die in einer Richtung angeordnet sind und wie Halsbänder wirken. An der Oberseite des langen Schwanzes setzen sich die Rosetten entlang der Mittellinie fort. Zum Schwanzende werden die Rosetten immer weniger ausgeprägt, können aber manchmal noch zu mehreren Querringen verschmelzen. Die Schwanzunterseite ist allerdings zum Ende hin sehr hell bis weiß. Der Bauch und die oberen Beininnenseiten sind ebenfalls frei von Rosetten und weiß, gelblich-weiß oder in grau übergehend gefärbt. Weiter zu den Pranken hin sind Vollflecken zu finden, die nach unten zu immer kleiner werden. Am Kopf und oberen Hals und Nacken sind ebenfalls nur schwarze Vollflecken vorhanden. Waldleoparden sind im Allgemeinen intensiver gefärbt als Leoparden offener Landschaften. Die Fellzeichnung bzw. die einzelnen Rosetten können ähnlich dem menschlichen Fingerabdruck zur Identifizierung einzelner Individuen genutzt werden.

Leoparden besitzen ein wunderschönes Fellmuster.Es finden sich manchmal schwarz gefärbte Leoparden, auch Schwarzer Panthergenannt. Die Ausprägung des schwarzen Fells ist erblich bedingt und wird über ein einziges Gen (monogenetisch) rezessiv vererbt („Melanismus“). Damit kann die Erbanlage auch bei einem normal gefleckten Leoparden vorhanden sein, oder es können in einem Wurf Schwärzlinge neben normal gefärbten Jungtieren vorkommen. Bei schräg einfallendem Licht kann man jedoch auch bei schwarzen Leoparden die typischen Rosetten erkennen. In einigen Gebieten, etwa auf der Malaiischen Halbinsel sind bis zu 50 Prozent aller Leoparden schwarz. In Afrika treten Schwärzlinge am häufigsten im Äthiopischen Bergland auf. Das Verbreitungsgebiet des Leoparden erstreckt sich über einen Großteil Afrikas, Indiens, Kleinasiens, Sri Lankas, sowie über Südostasien, China, Tibet und den Osten Russlands. In Afrika ist der Leopard in 40 Staaten, und somit in nahezu allen Gebieten südlich der Sahara, verbreitet. Der Leopard besitzt das größte Verbreitungsgebiet aller Großkatzen! Er besiedelt in seinem Verbreitungsgebiet sehr unterschiedliche Habitate: von Regenwäldern bis hin zu Wüsten, abgelegenen Bergregionen und urbane Randgebiete.

Das Beutespektrum des Leoparden gehört aufgrund der opportunistischen Lebensweise und des sehr großen Verbreitungsgebietes zu den breitesten Nahrungsspektren aller Großkatzen. D.h. was Leoparden fressen, richtet sich in erster Linie nach dem Nahrungsangebot des jeweiligen Lebensraumes. Allein für das afrikanische Verbreitungsgebiet sind mehr als 92 Beutetierarten bekannt. Dazu zählen neben Antilopen auch Kleinsäuger, Vögel und Arthropoden. Sie sind jedoch auch in der Lage Giraffenkälber und sogar ausgewachsene Elenantilopenbullen zu reißen. Leoparden bevorzugen in der Regel Beutetiere, die nicht schwerer als sie selbst sind, d.h. Säugetiere zwischen 30 und 50kg Gewicht. Er benötigt um die 40-60 Beutetiere pro Jahr, um seinen Nahrungsbedarf zu decken. In offenem Gelände ist der Leopard meist in der Nacht auf der Jagd, da er sich dort unbemerkt bis auf wenige Meter an sein Beutetier anschleichen kann. In einigen Regionen wie z.B. in den Wüsten des südlichen Judäa oder der südafrikanischen Kapregion wurde beobachtet, dass der Leopard sich der tagaktiven Lebensweise der Beutetiere anpasst und ebenfalls tagsüber, besonders in den späten Morgenstunden, sowie am späten Nachmittag und frühen Abend aktiv ist. Je nach Größe des Beutetieres tötet der Leopard sein Opfer auf unterschiedliche Art und Weise. Bei kleineren Beutetieren verwendet er oftmals einen Nackenbiss, größere Beutetiere tötet er hingegen meist mit einem Kehlbiss.

Die räuberische Tüpfelhyäne klaut dem Leoparden gern seine Beute.In 5-10 % der Risse kommt es zu Kleptoparasitismus, wobei der Leopard seine Beute an Löwen (Panthera leo) oder Tüpfelhyänen (Crocuta crocutta) verliert. Aus diesem Grund versteckt der Leopard seine Beute oder verschleppt sie auf Bäume. Dies ist dem Leopard aufgrund seiner am Schulterblatt ansitzenden ausgeprägten Muskulatur möglich. In Namibia z.B. sind bis auf wenige Schutzgebiete (z.B. Ethosha NP) Löwen und Tüpfelhyänen ausgerottet und somit ist die Gefahr des Kleptoparasitismus eher gering; Beutetiere werden kaum versteckt und nicht auf Bäume verschleppt. Leoparden sind Einzelgänger und haben je nach Geschlecht unterschiedlich große Reviere. Weibliche Leoparden bewohnen Streifgebiete mit einer Größe zwischen 6 und 18 km², männliche Leoparden haben hingegen größere Streifgebiete zwischen 17 und 76 km², welche die Gebiete von einem oder mehreren Weibchen beinhalten. Nur während der Paarungszeiten dulden weibliche Leoparden Männchen in ihrer Umgebung. Dann bleiben beide ca.7–9 Tage zusammen und paaren sich wiederholt. Während dieser Zeit jagen sie auch zusammen und teilen sich mitunter auch die Beute. Nach einer Tragzeit von 90-105 Tagen bringt sie zwei bis vier Junge zur Welt, die je etwa 500 g wiegen. Die Geburtensaison richtet sich oftmals nach der Geburtensaison der Beutetiere!